Hohe Wettbewerbsintensität im LEH

Die Umsatzrendite im Lebensmitteleinzelhandel liegt mit 0,9 % deutlich unter jener der Landwirtschaft (3,3 %) und Nahrungsmittelerzeugung (3,5 %). 

Geringe Renditen im LEH

Der heimische Lebensmitteleinzelhandel (LEH) ist von einer hohen Wettbewerbsintensität und Konzentration geprägt. Das Geschäftsmodell des LEH beruht dabei auf drei Säulen: hohe Fixkosten, eine schnelle Warendrehung und geringe Margen.

Mit 0,9 % des Nettoumsatzes liegt die durchschnittliche Umsatzrentabilität der Branche deutlich unter den Werten der Landwirtschaft (3,3 %), der Nahrungsmittelerzeugung (3,5 %) und der marktorientierten Gesamtwirtschaft (5,1 %). Das bedeutet, dass im österreichischen LEH von 100 Euro Netto-Umsatz nur 0,90 Euro Gewinn (vor Steuern) beim Händler bleiben. Die Renditen im LEH betragen somit weniger als 1/5 des Durchschnittswertes der gesamten Wirtschaft und nur 1/3 des Einzelhandelsdurchschnitts in Österreich.

Die durchschnittliche Umsatzrendite im LEH beträgt weniger als 1/5 des Durchschnittswertes der gesamten Wirtschaft und nur 1/3 des Einzelhandelsdurchschnitts in Österreich.

Hohe Konzentration im LEH

Hohe Konzentration im LEH 

Der österreichische LEH ist hochkonzentriert. Während nur 0,4 % der Unternehmen im LEH Großunternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten sind, beschäftigen diese Unternehmen rund 83 % aller Mitarbeiter:innen und erwirtschaften etwa 87 % der gesamten Branchenumsätze.

Die hohe Konzentration zeigt sich auch beim Filialisierungsgrad und Filialflächenanteil. Während sich die Konzentrationstendenzen im LEH in den letzten Jahren eingebremst haben, liegt der Filialisierungsgrad im LEH mit 71 % deutlich über dem Einzelhandelsdurchschnitt von 40 %. Der Filialflächenanteil im LEH stabilisiert sich im Jahr 2018 bei 87 % – im Einzelhandel insgesamt bei 67 %.

Die hohe Konzentration im LEH ist jedoch nicht automatisch mit hoher Marktmacht gleichzusetzen. Denn gerade im internationalen Kontext sind auch die führenden Unternehmen im heimischen LEH relativ kleine Marktteilnehmer mit einem (international gesehen) geringen Marktanteil. Dies zeigt sich insbesondere in der Zusammenarbeit mit multinationalen Herstellerkonzernen der Lebensmittelindustrie, die den heimischen LEH beliefern.

 

 

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